Bauspar ABC

Abschlussgebühr
Bei Abschluss eines Bausparvertrages wird als Kostenbeitrag eine Abschlussgebühr fällig. Sie wird entweder mit den ersten Sparraten verrechnet oder separat vom Bausparer bezahlt.

Allgemeine Bedingungen für Bausparverträge/ABB
Nach dem Bausparkassengesetz müssen Bausparkassen ihrem Geschäftsbetrieb Allgemeine Bedingungen für Bausparverträge (ABB) zugrunde legen. Sie sind das »Kleingedruckte« und enthalten alle für die Rechtsbeziehungen zwischen Bausparer und Bausparkasse wesentlichen Vertragsbestimmungen.

Arbeitnehmersparzulage
Für vermögenswirksame Leistungen, die vom Arbeitgeber auf einen Bausparvertrag eingezahlt werden, gewährt der Staat eine Arbeitnehmersparzulage. Sie beträgt 9 % auf einen jährlichen Höchstbetrag von 470 Euro je Arbeitnehmer.
Voraussetzung für diese Förderung ist, dass das zu versteuernde Einkommen bei Alleinstehenden nicht mehr als 17.900 Euro und bei Verheirateten nicht mehr als 35.800 Euro pro Jahr betragen darf.

Bauspardarlehen
Das Bauspardarlehen darf nur für wohnwirtschaftliche Zwecke verwendet werden. Seine Höhe ergibt sich je nach Tarif aus der Differenz zwischen dem Bausparguthaben zum Zeitpunkt der Zuteilung und der Bausparsumme, oder als garantierter Anspruch von 50 % der Bausparsumme in manchen Tarifen 60 %. Das Bauspardarlehen bietet über die gesamte Laufzeit feste Zinsen und macht den Bausparer unabhängig von den Zinsschwankungen auf dem Kapitalmarkt.

Bausparguthaben
Das Bausparguthaben setzt sich zusammen aus allen Sparbeträgen, den gutgeschriebenen Zinsen, den vermögenswirksamen Leistungen, sowie nach Ablauf der Bindungsfrist der Arbeitnehmersparzulage und der Bausparprämie.

Bausparprämie
siehe Wohnungsbauprämie

Bausparsumme
Die Bausparsumme ist der Betrag, über den ein Bausparvertrag abgeschlossen wird. Von der Bausparsumme hängen z.B. die Höhe der Abschlussgebühr, das Mindestguthaben und die Höhe des Zins- und Tilgungsbeitrages ab. Die Bausparsumme bestimmt das anzusparende Bausparguthaben für die Zuteilung (Mindestsparguthaben) und die Höhe des Bauspardarlehens.

Bewertungszahl
Die Bewertungszahl ist eine Kennziffer, die die individuelle Sparleistung eines Bausparers ausdrückt. In die Bewertungszahl gehen die Höhe der Sparraten und die Sparzeit ein. Sie wird bei Bausparkassen teilweise täglich neu ermittelt und steigt mit jeder Sparzahlung sofort an.

Bindungsfrist
Die Bindungsfrist beträgt 7 Jahre (gerechnet ab Vertragsbeginn = Abschlussdatum). Innerhalb dieser Frist darf der Bausparvertrag bei Inanspruchnahme von Arbeitnehmer-Sparzulage nur für wohnwirtschaftliche Maßnahmen eingesetzt werden, sofern der Bausparvertrag zugeteilt ist. Bei einer nicht wohnwirtschaftlichen Nutzung innerhalb der Bindungsfrist verliert der Bausparer die gewährte staatliche Förderung. Nach Ablauf der Bindungsfrist ist eine freie Verfügung über das Guthaben möglich. Die Bindungsfrist ist ebenfalls maßgeblich für die Wohnungsbauprämie, sofern der Bausparer bei Abschluss unter 26 Jahre alt war. Erst nach Ablauf der Bindungsfrist kann er die Wohnungsbauprämie frei verwenden.

Einkommensgrenzen
Voraussetzung für die Gewährung von Arbeitnehmersparzulage und Bausparprämie ist die Einhaltung bestimmter Einkommensgrenzen. Für die Gewährung der Arbeitnehmer-Sparzulage darf das zu versteuernde Einkommen 17.900 Euro bei Alleinstehenden und 35.800 Euro bei Verheirateten nicht übersteigen. Die Grenzen der Bausparprämie liegen bei 25.600 Euro zu versteuerndes Einkommens für Alleinstehende und 51.200 Euro zu versteuerndes Einkommen für Verheiratete.

Mindestsparguthaben
Eine Voraussetzung für die Zuteilung eines Bausparvertrages ist das Erreichen des Mindestsparguthabens. Das Mindestsparguthaben ist 40 % alternativ 50 % der Bausparsumme. Dies ist abhängig von dem jeweiligen Bauspartarif.

Modernisierungsdarlehen
Beim Modernisierungsdarlehen beantragt der Darlehensnehmer einen Zwischenkredit in 2facher Höhe des Darlehenswunsches. Gleichzeitig wird ein Bausparvertrag in gleicher Höhe abgeschlossen, mit dem der Zwischenkredit später abgelöst wird. Die eine Hälfte des Zwischenkredites fließt als Soforteinzahlung auf den Bausparvertrag. Eine Ansparung des Bausparvertrages ist damit nicht mehr erforderlich. Die andere Hälfte wird für die geplante Modernisierung an den Darlehensnehmer ausgezahlt. Bis zur Zuteilung des Bausparvertrages zahlt der Darlehensnehmer lediglich die Zinsen für den Zwischenkredit. Mit Zuteilung des Bausparvertrages wird der Zwischenkredit durch das angesparte Bausparguthaben und das Bauspardarlehen abgelöst. Nach der Zuteilung des Bausparvertrages sind lediglich die monatlichen Zins- und Tilgungs- Beiträge für das Bauspardarlehen zu zahlen. Während dieser Zeit sind Sondertilgungen jederzeit möglich.
Alternativ wird ein Bausparvertrag in gleicher Höhe wie die zu finanzierende Summe aufgenommen. Es ist dann eine monatliche Rate zu begleichen, in der die Rate der Zwischenfinanzierung und die Ansparung des Bausparvertrages enthalten sind. Nach Zuteilung des Bausparvertrages ist dann nur noch die Rate zum Tilgen des Bausparvertrages zu leisten. Siehe auch Vorausdarlehen.
Welche Variante für Sie besser ist, werden wir Ihnen gerne berechnen.

Rendite
Prozentualer Ausdruck des Anlageerfolges (jährlicher Ertrag einer Kapitalanlage).

Vermögenswirksame Leistungen
Je nach Tarifvertrag sind die meisten Arbeitgeber verpflichtet ihren Arbeitnehmern monatlich bis zu 40 Euro zusätzlich zum Gehalt zu zahlen. Diese Zahlungen heißen vermögenswirksame Leistungen und können vom Arbeitgeber auf einen Bausparvertrag eingezahlt werden.

Vorausdarlehen
Bei einem Vorausdarlehen stellt die Bausparkasse dem Bausparer ein Darlehen in Höhe seines Finanzierungswunsches bereit, ohne dass der Bausparer bereits ein Bausparkonto angespart hat. Gleichzeitig schließt er einen Bausparvertrag ab, dessen Bausparsumme die gleiche Höhe wie der Finanzierungswunsch hat. Bis zur Zuteilung des Bausparvertrages zahlt er marktübliche Zinsen für dieses Vorausdarlehen. Gleichzeitig spart er den Bausparvertrag mit, in der Regel monatlichen, Sparraten an.
Mit Zuteilung des Bausparvertrages wird das Vorausdarlehen durch das angesparte Bausparguthaben und das Bauspardarlehen abgelöst. Nach der Zuteilung sind lediglich die Zins- und Tilgungsraten für das Bauspardarlehen zu zahlen. Während dieser Zeit kann der Darlehensnehmer jederzeit Sondertilgungen erbringen.

Wohnungsbauprämie (WOP)
Der Staat zahlt jährlich 8,8 % Wohnungsbauprämie auf die in einem Jahr auf einem Bausparkonto erbrachten Sparzahlungen bis zu einem begünstigten Höchstbetrag von jährlich 512 Euro, sofern das zu versteuernde Einkommen nicht über 25.600 Euro im Jahr liegt (Alleinstehende). Bei Verheirateten verdoppelt sich der begünstigte Höchstbetrag auf jährlich 1.024 Euro und das maßgebliche Einkommen auf 51.200 Euro. Die Gewährung der Wohnungsbauprämie ist von einer wohnwirtschaftlichen Verwendung des Bausparvertrages abhängig. Es sei denn, der Bausparer ist bei Abschluss des Vertrages unter 26 Jahre alt. Dann darf nach Ablauf der Bindungsfrist von 7 Jahren die Wohnungsbauprämie für beliebige Zwecke eingesetzt werden. Diese freie Verwendung darf einmalig in Anspruch genommen werden.  Wohnungsbauprämie erhält man mit einem eigenen Bausparvertrag bereits ab 16 Jahren.

Wohnwirtschaftliche Verwendung
Das Bauspardarlehen darf nur für eine wohnwirtschaftliche Verwendung ausgezahlt werden. Unter wohnwirtschaftlicher Verwendung im Sinne des Gesetzes versteht man z.B.:

  • Bau, Kauf oder Modernisierung eines Eigenheims oder einer Eigentumswohnung
  • Erwerb von Bauland zur Errichtung eines Wohngebäudes
  • Renovierung der Mietwohnung

Zins- und Tilgungsbeitrag
Der Zins- und Tilgungsbeitrag ist die Rate, die der Bausparer nach Auszahlung des Bauspardarlehens monatlich für Zins und Tilgung aufbringen muss. Die Höhe des Tilgungsbeitrages richtet sich nach der bei Zuteilung oder Wiederzuteilung erreichten Bewertungszahl.

Zins-Garant
Die Zins-Garant-Modelle garantieren feste Zinsen und feste Raten für die gesamte Laufzeit von bis zu ca. 28 Jahren. Der Darlehensnehmer erhält ein Vorausdarlehen in Höhe des Darlehensbedarfs. Gleichzeitig schließt er einen Bausparvertrag in gleicher Höhe ab mit dem das Vorausdarlehen später abgelöst wird. In der Sparphase – also in der Zeit bis zur Zuteilung des Bausparvertrages, zahlt der Kunde Zinsen für das Vorausdarlehen und Sparbeiträge für den Bausparvertrag. Mit Zuteilung steht das Bausparguthaben und das zinsgünstige Bauspardarlehen für die (Teil)Ablösung des Vorausdarlehens bereit. Nach der Zuteilung zahlt der Darlehensnehmer das Bauspardarlehen mit monatlichen Zins- und Tilgungsraten zurück.

Zinssicherheit
Mit einem Bausparvertrag sichern Sie sich feste Guthaben- und feste Darlehenszinsen.

Zuteilung
Wenn die Bedingungen (Mindestsparguthaben und ausreichende Bewertungszahl) des Tarifes erfüllt sind wird der Bausparvertrag zugeteilt. Mit der Benachrichtigung über die Zuteilung kann der Bausparer über sein Bausparguthaben und, nach Stellung von Sicherheiten, auch über sein Bauspardarlehen verfügen.